Dass man bei knapp 20 Grad und düster-regnerischem Himmel nicht gerade in Sommerlaune war, dürfte verständlich sein. Umso schöner, dass die tolle Beleuchtung in der Jahnhalle, an der wie üblich die Firma Lightwave sowie die Tontechnik-AG (Aidan Klein und David Markel) mitgewirkt hat, sowie die sensationell gut gelaunte Moderation von Marlene Schweitzer und Kian Ross binnen Minuten das schlechte Wetter vergessen ließen und einen wunderbaren Abend eröffneten: Unser Sommerkonzert 2026! Die große Gemeinschaft der musikalisch Engagierten am Hebel konnte auch dieses Jahr wieder zeigen, was das Resultat der vielen Stunden Übung, Übung und nochmals Übung war. Der Unterstufenchor unter Frau Schwerttner und das von Frau Obier geleitete Unterstufenorchester begannen gewohnt beschwingt, so etwa der Chor mit „Hakuna Matata“ und Soli von Elif Ates und Kavishka Kingston. Das Orchester bot unter anderem die feierliche „Tannhäuser“-Ouvertüre von Wagner sowie das dramatische „Indian River“ von Kees Vlak dar. Auch das von Frau Trott dirigierte Orchester nahm sich wie der kleine Chor der Filmmusik an – Ennio Morricones melancholisches „Cinema Paradiso“ gefiel dem Publikum ganz besonders. Das Orchester ließ jedoch auch die großen Namen nicht zu kurz kommen, in diesem Fall Mozart (Sinfonie Nr. 40 g-moll, 1. Satz) und die Ouvertüre von Bizets „Carmen“. Für besondere Heiterkeit sorgte, dass die Moderation die Handlung dieser Oper als „Rom-Com“ (Romance-Comedy) bezeichnete: Immerhin steht die unglückliche Liebe von Don José zu Carmen im Mittelpunkt, die sich im Verlauf des Stücks lieber dem zwielichtigen Escamillo zuwendet – mit unglücklich-blutigem Ausgang…
Dass das Hebel-Gymnasium als Schule mit Musikzug besonders stolz auf diejenigen Schüler ist, die eine besondere Auszeichnung erhalten, versteht sich. In diesem Fall betrifft das Carolin Haas, Floria Waldhier und Kian Ross, die den Stoberpreis der Werner-Stober-Stiftung verliehen bekommen haben. Dieser Preis wird an Musikzugschüler verliehen, die nicht nur ihr Instrument hervorragend beherrschen, sondern sich darüber hinaus für die Musik in der Schule engagieren, z. B. durch das Mitwirken in einem oder mehreren Musik-Ensembles, Einsatz als Orchesterpaten und aktive Teilnahme an den Konzerten der Schule.
Eine Darbietung der Hip-Hop-AG war ein tanzender Paukenschlag vor der Pause. Diese wurde mit einem Auftritt des großen Chors unter der Leitung von Herrn Eichhorn sowie der von Frau Schwerttner geleiteten Big Band beendet. Inhaltlich sang der Chor in diesem Jahr Stücke von eher nachdenklich stimmendem Inhalt („Bitter Sweet Symphony“, „Radioactive“), was der Begeisterung des Publikums freilich keinen Abbruch tat. Die scheidenden Abiturienten wurden im Anschluss emotional verabschiedet. Dabei wurde jeder Einzelne mit seinen jahrelang erbrachten Leistungen individuell gewürdigt – Max Gindele und Nathan Schweiker ebenso wie Marlene Schweitzer, Thyra Caro Alva, Anna Kutsenko und Stelia Ivanova. So beschwingt der Abend begonnen hatte, so groovend endete er: Die Big Band brachte vor allem mit „Smooth Operator“ und einem Solo von Max Gindele am Saxofon den frenetischsten Applaus des Abends hervor. „Sing, sing, sing“ von 1936 bildete einen runden Abschluss.
Nach dem Konzert war die Luft an der Enz ganz milde. Ob der Wettergott auch in der Jahnhalle war?
Sebastian Barth
Fotos: Hebel Foto-AG. Xiaoyan B. / Malak E. / Laura V. / Stefan Rietbrock



























