„Für die heutige Schülergeneration ist die DDR so weit Vergangenheit wie für uns der Zweite Weltkrieg.“ So der Leiter des DDR-Museums, Herr Bach. Umso mehr sind heute Museen, Lehrer und viele andere gefordert, diese Vergangenheit für die jetzt lebende Generation an jungen Menschen verständlich zu machen.
Bei einer intensiven Führung durch das Museum sowie Quellenstudium mit Stasiakten begegneten den Schülerinnen und Schülern zahlreiche aus dem Unterricht bekannte Sachverhalte (die für das bald bevorstehende schriftliche Abitur gleichermaßen relevant sind). Das Museum wurde in den neunziger Jahren als Sammlung mit Relikten aus der kurz zuvor untergegangenen DDR gegründet und ist heute mit einer modern gestalteten Ausstellung ein „Lernort Demokratie“. Die vielen Exponate und die erklärenden Tafeln eignen sich gut, sich die DDR-Geschichte zu vergegenwärtigen – gerade anhand der Ausstellungsstücke, die der Museumsgründer Klaus Knabe in mühevoller Kleinarbeit zusammensammelte. Ein Stück der Berliner Mauer, ein Trabant, zahlreiche Uniformen, Bücher und Urkunden – es gibt kaum etwas, das das Leben in der Diktatur nicht durch einen Alltagsgegenstand besser nachvollziehbar machen könnte. Hervorgehoben seien etwa Geruchsproben, die der Geheimdienst („Stasi“) von angenommenen oder echten Gegnern der Diktatur nahm, um diese im Bedarfsfall mit abgerichteten Hunden aufspüren zu können. Diejenigen, bei denen man die Proben genommen hatte, wurden freilich nicht gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Hier zeigt sich die ganze Härte der SED-Diktatur. Vielleicht hilft ja ein Museumsbesuch dabei, die DDR weniger zu verklären, wie das heutzutage mancherorts Mode geworden ist – Argumente gibt es genug.
Sebastian Barth











